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Automatisiertes Laserschweißen: Komponenten, Vorteile und Anwendungen

Veröffentlicht von Keven Tremblay, Laser Welding
Laser Welding Automation Robots

Automatisiertes Laserschweißen ist ein hochmoderner Fertigungsprozess, der die Präzision der Lasertechnologie mit der Konsistenz und Geschwindigkeit der Automatisierung verbindet.

Im Kern geht es um den Einsatz eines Laserstrahls (in der Regel gesteuert durch eine Scan-Optik, Roboter- oder Portalsysteme), um Materialien kontrolliert und berührungslos zu verschmelzen.

Die Komponente „Automatisierung“ bezieht sich auf die Integration von Laserquellen, Optiken, Bewegungssystemen, Vorrichtungen zur Teilepositionierung und Echtzeitüberwachung. All dies wird durch Software und Rückmeldesysteme gesteuert, um qualitativ hochwertige Schweißnähte im Massenproduktionsmaßstab zu erzeugen.

In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die Komponenten automatisierter Lasersysteme, die Vorteile des automatisierten Laserschweißens in verschiedenen Branchen und die verschiedenen Anwendungen.

 

Inhaltsverzeichnis

Komponenten eines automatisierten Laserschweißsystems

1. Laserquelle und Optik

In den letzten Jahren haben sich Glasfaser-Laser aufgrund ihrer kompakten Größe, ihrer elektrischen Effizienz und ihrer Strahlstabilität zum am häufigsten verwendeten Lasertyp entwickelt. Die Leistungsstufen reichen von einigen hundert Watt für das Mikroschweißen bis zu einigen zehn Kilowatt für strukturelle Schweißungen.

Andere Laser werden in Spezialfällen eingesetzt, z. B. CO₂-Laser für Kunststoffe und Nichtmetalle, Nd:YAG-Laser für reflektierende Materialien und grüne oder blaue Laser für Kupfer und Aluminium, bei denen die Absorption von Infrarotlicht gering ist. 

Laserleistung, Strahlformung und Optikfokussierung bestimmen Eindringtiefe, Breite, Geschwindigkeit und Qualität.

Kleine Spotgrößen erzeugen feine Schlüssellöcher, während defokussierte Strahlen für das Wärmeleitungsschweißen von dünnen Blechen verwendet werden können (hier erfahren Sie den Unterschied zwischen Tiefschweißen und Wärmeleitungsschweißen).

Zu den optischen Konfigurationen gehören:

  • 1D-Optik: Feste Optik in Kombination mit einem Roboterarm oder einem beweglichen Tisch.
  • 2D-Abtastköpfe: Spiegelbasierte Scanner bieten eine Hochgeschwindigkeits-Strahlablenkung über ein x-y-Sichtfeld.
  • 3D-Systeme: Mit der x-y-z-Steuerung kann der Fokus dynamisch verschoben werden, was das Schweißen an konturierten oder mehrlagigen Teilen ermöglicht. Laserax-Maschinen integrieren beispielsweise 3D-Scanning für maximale Flexibilität.

2. Laserkopfsystem

Es gibt drei Hauptarten der Laserkopfmontage, die im Folgenden beschrieben werden:

  • Fester Kopf: Ein fester Kopf ist ein stationärer Laser, der auf bewegliche Teile oder feste Vorrichtungen gerichtet ist.
  • Robotermontierter Kopf: Ein robotermontierter Kopf besteht aus einem 6-Achsen-Roboter, der volle Flexibilität bietet und damit ideal für komplexe Geometrien geeignet ist.

    Robotermontierter Laserkopf zum Schweißen
     
  • Portalsystem: Ein Portalsystem erleichtert die Bearbeitung größerer Teile mit Präzision oder langen Schweißwegen, indem es die Bewegungssteuerung mit der Bewegung der Komponenten koppelt.

    Laserportalsystem

3. Schweißnahtüberwachung in Echtzeit

Ein System zur Schweißnahtüberwachung ist unerlässlich, wenn Sie das Schweißen automatisieren möchten. Diese Systeme verwenden Rückmeldungen von Sensoren, Kameras und anderen Geräten während des Schweißprozesses, um die Qualität der Schweißnähte zu überprüfen. Die automatische Erkennung fehlerhafter Schweißnähte ist ein großer Vorteil in der Produktion, da sie manuelle Tests zur Qualitätskontrolle überflüssig macht.

Laserschweißüberwachung

Laserschweißsysteme bestehen aus drei Hauptgeräten zur Echtzeitüberwachung der Schweißnaht:

  • Photodioden-Überwachung: Erkennt Plasmaemissionen, Infrarot und Rückreflexionen und markiert unvollständigen Einbrand oder Spritzer.
  • Hochgeschwindigkeitskameras: Erfassen detailliert das Verhalten des Schweißbads zur Analyse.
  • KI-Algorithmen: Der Einsatz von KI bei Photodioden und Schweißbildverarbeitung kann die Erkennungsrate verbessern und gleichzeitig Fehlerkennungen begrenzen. Dadurch wird nicht nur der Ausschuss reduziert, sondern es werden auch rückverfolgbare Qualitätsdaten generiert, was in regulierten Branchen wie der Medizintechnik sowie der Luft- und Raumfahrt entscheidend ist.

4. Gehäuse der Klasse 1

Gehäuse für Laser der Klasse 1

Laser können eine ernste Gefahr für Augen und Haut darstellen. Automatisierte Systeme sind in der Regel in Gehäusen der Klasse 1 eingeschlossen, um zu gewährleisten, dass sie für Bediener auch ohne Spezialbrillen sicher sind.

Diese Gehäuse steuern auch die Rauchabsaugung und verfügen über integrierte Sicherheitsverriegelungen, um den Arbeitsschutzvorschriften zu entsprechen.

5. Bildverarbeitungssysteme für die Lokalisierung und Integrität von Bauteilen

Bildverarbeitungssysteme erfüllen zwei Aufgaben:

  • Bauteilprüfung: Sie prüfen, ob fehlerhafte oder falsch ausgerichtete Komponenten dem Laserkopf zugeführt werden, und verhindern so die unnötige Bearbeitung fehlerhafter Teile.
  • Einstellung der Schweißposition: Wenn ein Teil leicht falsch ausgerichtet ist, kann die Software die Laserposition entsprechend anpassen. Dadurch entfällt die kostspielige manuelle Neupositionierung.

6. Spannen von Teilen

Das Einspannen stellt sicher, dass keine Zwischenräume zwischen den Teilen vorhanden sind. Schon ein kleiner Zwischenraum kann zu Porosität oder schwachen Verbindungen führen. Moderne Spannsysteme üben gleichmäßigen Druck aus und nutzen mitunter adaptive Vorrichtungen, die Abweichungen der Bauteile ausgleichen.

Beim Batterieschweißen beispielsweise sorgen die Spannvorrichtungen für einen engen Kontakt zwischen den Busbars und den Zellen, sodass vor dem Schweißen ein nahezu lückenloser Kontakt entsteht, der die Qualität der Schweißnähte gewährleistet.

Durch den Einsatz mehrerer Roboter maximiert dieses Laserschweißgerät die Betriebszeit des Lasers, da das Schweißen nach dem Spannen nicht unterbrochen werden muss.

Zusammen bilden diese Komponenten ein System, das hohe Wiederholbarkeit, minimale thermische Verformung und robuste Schweißnähte gewährleistet. Durch kontinuierliche Verbesserungen in den Bereichen Optik, Sensorik und KI-gesteuertes Feedback wurden diese Systeme autonomer und zuverlässiger.

Ferngesteuerte Schweißköpfe für schnelle Strahlbewegungen

Remote-Laserschweißen bedeutet, dass der Laserkopf physisch von der Laserquelle getrennt ist. Ferngesteuerte Systeme können den Laserstrahl mithilfe von Spiegeln, sogenannten Galvanometern, sehr schnell ausrichten. Sie können auch mit schnell fokussierenden Optiken ausgestattet werden, um sich schnell an Oberflächen mit unterschiedlichen Höhen anzupassen.

Ferngesteuerte Laserköpfe können entweder statisch sein und Komponenten verbinden, die sich in ihrer Sichtlinie befinden. Sie können auch auf Robotern, Portalen oder CNC-Maschinen montiert werden, um maximale Flexibilität zu erreichen und Zugang zu schwierigen Bereichen zu erhalten.

Glasfaser-Laser eignen aufgrund ihrer kompakten Größe und der guten Strahlqualität, die über große Entfernungen erhalten bleibt, ideal für das Remote-Laserschweißen. 

Vorteile des automatisierten Laserschweißens

  • Hohe Präzision und Genauigkeit Laserstrahlen können Schweißnähte im Mikrobereich mit einer Wiederholgenauigkeit von wenigen Mikrometern erzeugen, was für Elektronik, Sensoren und medizinische Implantate unerlässlich ist.
  • Geschwindigkeit und Durchsatz: Im Vergleich zum WIG- oder Widerstandsschweißen ist das Laserschweißen schneller und konsistenter, wodurch es sich ideal für die Großserienproduktion in der Automobil- und Elektronikindustrie eignet.
  • Minimaler Wärmeeintrag Der lokalisierte Energieeintrag verhindert große Wärmeeinflusszonen, was empfindliche Materialien schützt und die Gefahr des Verziehens verringert.
  • Berührungsloses Verfahren: Keine Maschinenkomponenten berühren das Bauteil, was den Verschleiß des Lasers und die Notwendigkeit häufiger Neukalibrierungen reduziert. Das erhöht die Betriebszeit und senkt langfristige Kosten.
  • Integration der Automatisierung: Die Systeme können in Produktionsstraßen mit MES-Anbindung eingebettet werden, um eine Datenaufzeichnung in Echtzeit und eine vorausschauende Wartung zu ermöglichen.

Automatisierte Laserschweißanwendungen

Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt

Laserschweißen spielt eine entscheidende Rolle in modernen Energie- und Mobilitätssystemen:

  • Verbinden von Batteriekomponenten: Laserschweißen eignet sich hervorragend zum Verbinden von Batteriekomponenten, wie z. B. Stromschienen mit Zellanschlüssen, mittels Punkt-Tiefschweißen. Dieses Verfahren gewährleistet eine robuste elektrische Leitfähigkeit und minimiert gleichzeitig den Wärmeeintrag, um eine Beschädigung oder Beeinträchtigung benachbarter Zellen zu verhindern. Durch die Präzision und Flexibilität eignen sich automatisierte Lasersysteme ideal für Batteriemodule in der Automobilindustrie und hochzuverlässige Energiesysteme in der Luft- und Raumfahrt.
  • Schweißen von Kupfer-Busbars und Kontakten von Leistungsmodulen: Die Leistungselektronik in Fahrzeugen erfordert das Schweißen von Kupfer-Busbars und Kontakten von Leistungsmodulen, um hohe Ströme zu verarbeiten. Das Laserschweißen ermöglicht eine präzise Kontrolle des Energieeintrags und gewährleistet sichere, thermisch stabile und beschädigungsfreie Verbindungen. Das Verfahren eignet sich für die Einhaltung anspruchsvoller Temperaturgrenzwerte von Bauteilen.

Medizinische Geräte

Bei der Herstellung medizinischer Geräte ist das Laserschweißen unverzichtbar, um empfindliche Miniaturkomponenten mit hoher Reinigungsfähigkeit und strenger Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu verbinden.

Das Laserschweißen von Kathetern, Führungsdrähten, Herzschrittmachergehäusen und anderen Baugruppen mit kleinem Durchmesser gewährleistet Festigkeit, Sterilität und eine ansprechende Optik. Diese Systeme umfassen häufig integrierte Werkzeuge, Bildverarbeitung und Software für die Validierung und Rückverfolgbarkeit, um die Prozessstabilität zu gewährleisten und die Einhaltung strenger FDA/ISO-Vorschriften zu unterstützen. Schweißanwendungen in der Herstellung medizinischer Geräte umfassen:

  • Konstruktionsschweißen und hermetisches Schweißen: Es wird verwendet, um eine leckagefreie Abdichtung zu erreichen. Dies ist bei implantierbaren Geräten üblich.
  • Mikroschweißen von Drähten oder Schläuchen: Dieses Verfahren wird eingesetzt, wenn Drähte, Schläuche oder komplexe Formen mit minimaler Wärmeverformung verbunden werden sollen.

Elektronik

  • Punkt- und Nahtschweißen von elektrischen Miniaturkomponenten: Laserschweißen sorgt hierbei für hohe Präzision und minimale Hitzeschäden.
  • Montage von Mikroelektronik: Dies umfasst Leiterplattenkomponenten, Sensoren, Batterieklemmen, Stecker und Gehäuse.
  • Schweißen optoelektronischer Komponenten: Komponenten wie LED-Baugruppen und faseroptische Komponenten, bei denen Ausrichtung und thermische Kontrolle entscheidend sind. Das Verfahren ermöglicht eine zuverlässige Produktion in hohen Stückzahlen mit geringerem Nachbearbeitungsaufwand und einer langfristig stabilen Verbindungsleistung.

Andere industrielle Anwendungen

  • Elektromotoren und Hairpin-Schweißen: Das Laserschweißen eignet sich ideal für Kupfer-Hairpinverbindungen in Statoren und gewährleistet gleichmäßige Schweißnähte mit geringem Widerstand und hoher Leitfähigkeit.
  • Konstruktionsschweißen in der Automobilindustrie sowie Luft- und Raumfahrt: Laserstrahlen werden in Kombination mit Robotereinsatz zum Schweißen von Rohkarosserien und Rumpfstrukturen in der Luft- und Raumfahrt eingesetzt und ermöglichen das präzise Hochgeschwindigkeitsschweißen komplexer Geometrien.
  • Turbinenreparatur: Mittels Laserschweißen können Turbinenschaufeln wiederhergestellt werden, indem Material auf erodierte oder gerissene Bereiche aufgebracht wird, um die strukturelle Integrität wiederherzustellen, ohne dass große Teile demontiert werden müssen.
  • Schmuck und Präzisionskonsumgüter: Mit tragbaren Laserschweißgeräten können Kunsthandwerker detaillierte Designs schweißen oder empfindliche Teile mit minimaler Wärmeeinwirkung und Verformung reparieren.

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  • Den gesamten Prozess vom Entwurf zur Serienproduktion mit einer schlüsselfertigen Lösung abzudecken

Mit einem Experten sprechen

Keven Tremblay
Keven Tremblay

Keven is the product line manager for Laserax’s battery welding solutions. He has a strong background in electrical engineering, especially in PLC programming, electrical design, and vision systems. He is often involved in evaluating customer needs to offer adapted industrial solutions.